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Seit meiner Diplomarbeit zu dem Themenbereich Sozialverhalten und Rangordnungen von Tieren stelle ich mir die Frage, ob die viel gepriesene „Dominanz“ gegenüber dem Tier tatsächlich der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung zwischen Mensch und Tier sein kann.
Meiner Ansicht nach ist die Vorstellung einer Dominanzbeziehung in der Tierausbildung wenig hilfreich. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach das tiefe Verständnis für das Lernverhalten, denn nur wer verstanden hat, wie ein Tier lernt, kann ihm etwas beibringen.
Seitdem ich mich mit der Lernpsychologie der Tiere und der daraus entstandenen gewaltfreien, auf einem Belohnungssystem beruhenden Methode des Clickertrainings beschäftige, ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wie viel Spaß die Tiere beim Training haben und mit welchem Tempo sie neue Lektionen lernen. Vor allem bei der Arbeit mit meinem von mir selbst zum vielseitigen Freizeitpferd (von Geländereiten über Trail bis hin zur klassisch-iberischen Dressur) ausgebildeten New-Forest Pony Maraschino, den vielen mir anvertrauten Jung- und Ausbildungspferden aller Rassen (vom Shetland bis zum Vollblutaraber) und bei der Arbeit mit den so genannten „Problempferden“ (wie häufig Hengste, Rennpferde, Vollblüter oder Tiere die häufig steigen oder durchgehen genannt werden) zeigen sich die Erfolge auch in dem Ausdruck und der Freude der Tiere.
Da jede Mensch-Tier-Beziehung eine dynamische Zweierbeziehung darstellt und eine Verhaltensänderung vom Menschen ausgehen sollte, habe ich mich schon während meines Studiums auf eine Lehrtätigkeit vorbereitet (Nebenfach Pädagogik). Dieses theoretische Wissen habe ich während meiner mehrjährigen praktischen Tätigkeit im Zentrum für Schulbiologie und Umwelt-erziehung vertieft.
Hier hatte ich die Gelegenheit, mit vielen unterschiedlichen Menschen aller Altersgruppen zusammenzuarbeiten und Ihnen einen Einblick in die Biologie und Verhaltensbiologie der Haustiere zu bieten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, mein Wissen mit möglichst vielen Menschen zu teilen und mich für eine ethisch vertretbare Tiertrainingsmethode einzusetzen, um unseren Haustieren ein glückliches und erfülltes Leben zu ermöglichen.
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Mein besonderes Interesse gilt der Kommunikation der Tiere, einem spannenden verhaltensbiologischen Thema, mit dem sich schon meine Diplomarbeit befasste.
Durch meine Tätigkeit für das Naturerlebniszentrum im Wildpark Schwarze Berge hatte ich die Gelegenheit, die Kenntnisse über die innerartliche Kommunikation vieler unserer Haustiere oder ihrer wilden Vorfahren (z.B. Wölfe) zu vertiefen. Für das Zusammenleben mit Tieren ist es besonders wichtig, dass die Kommunikation zwischen Mensch und Tier funktioniert, dass also der Mensch in der Lage ist, dem Tier verständlich zu machen, was er von ihm möchte und dass er umgekehrt versteht, was das Tier ihm „mitteilt“.
Wenn man bedenkt, wie häufig es schon zwischen Menschen zu Missver-ständnissen kommt, obwohl sie die gleiche Sprache sprechen, wird klar wie wichtig es ist, die „Sprache“ der Tiere, z.B. ihre Körpersprache, zu verstehen. Um sich seinem Tier eindeutig mitzuteilen, ist die systematische positive Verstärkung eine gute Möglichkeit für uns Menschen, da sie sich grund-legender biologischer Prinzipien bedient, die artübergreifend für alle Tiere gelten.
Das erste Tier, mit dem ich die systematische positive Verstärkung mit dem Clicker ausprobiert habe, ist mein eigener Hund Balou gewesen, ein heute sechsjähriger kleiner Mischlingsrüde. Das Ergebnis hat mich überrascht und begeistert. War Balou vorher besonders durch die Gegenwart anderer Hunde sehr leicht abgelenkt und führte Übungen nur eher widerwillig aus, war er bei der Arbeit mit dem Clicker freudig erregt und konzentriert bei der Sache. Auch heute noch ist er geradezu enttäuscht, wenn eine Übungseinheit vorbei ist. Diese Kombination aus Effektivität und zwanglosem Lernen ohne Druck und mit hohem Spaßfaktor für das Tier ist es, die mich vom Clickertraining überzeugt hat und mich bei meiner Arbeit auch gerade mit sogenannten Problemtieren immer wieder aufs Neue überzeugt.
Mein Ziel ist es Menschen zu helfen ihr Tier und sein Verhalten besser zu ver-stehen und ihnen eine sanfte und effektive Methode für die Ausbildung und Therapie ihres Tieres zu vermitteln.
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